Safisha Törn

von Nicola Möckli (Kommentare: 0)

Text: Carmen und Angela

Der Wind des monströsen Mistrals empfing uns im Hafen Marina Cala dei Sardi und verwirbelte schon am Ankunftstag unsere Haare (oder streichelte die noch vorhandenen Stoppeln).

Aufgrund der Vereinsvorschriften stand das für den Folgetag geplante Auslaufen auf der Kippe. Es waren Böenspitzen von über 30 Knoten prophezeit. Glücklicherweise flachte der Wind noch etwas ab und die junge (hauptsächlich aus Briden bestehende) Crew stach topmotiviert in die Hohe See. (Anm. der Redaktion: Eine Bride ist eine unerfahrene Seglerin oder ein unerfahrener Segler)

Von der ersten Minute wurde die Crew auf die Probe gestellt. Im Gegenzug stellten wir die Skipper*innen auf die Probe mit einigen kreativen Ausführungen ihrer Kommandos. Doch sie meisterten das mit Bravour und wir segelten freudig gen Süden.

Über die nächsten Tage legten wir unsere Bridenhaftigkeit langsam ab, die Manöver wurden geschmeidiger und unsere Haare wurden durch Wind und Wetter salzigverknotet. Trotz starkem Wellengang schafften wir es durch phänomenales Teamwork das Schiff auf Kurs zu halten. Wir lernten von und miteinander und genossen jeden Abend die Ruhe der traumhaft schönen sardischen Buchten.

Wir fischten (fast) einen Oktopus, schwammen mit Leuchtplankton in der Nacht, schnorchelten im türkisblauen Wasser und bräunten uns auf dem Trampolin an Deck. Schon am zweiten Tag entdeckten wir einen kleinen Piratenkatamaran und liessen uns durch den Piratenlifestyle unserer neuen Freund*innen verzücken. Sie entpuppten sich als die Crew der FOS Sailing, welche ebenfalls auf ihrem selbst gebauten Katamaran durch die Weltmeere segelt. Gerne teilten wir unseren Luxus (Kühlschrank, Süsswasserdusche, WC mit Häkselspülung, windgeschütztes Cockpit uvm.) mit der Crew des weit simpleren und etwas kleineren Planado und kreierten in den folgenden Tagen schöne Katamaranpäcklis in den Ankerbuchten.

Am letzten Segeltag mit einer nun seefesten und eingespielten Crew nahm der Wind des Mistrals zum ersten Mal ab. Dadurch war es möglich, dass der Code Zero und der (geile) Gennaker doch noch zum Zuge kamen. Die riesige Segelfläche trug uns stetig in Richtung Heimathafen, wo wir das Schiff von oben bis unten und von hinten nach vorne kräftig schrubbten und ready machten für die nächste Crew.

Neben viel Segeltechnik und Ausbildung war zudem ein Schulbauprojekt in Kenia Thema an Bord. Die Woche wurde als Fundraising Törn für die Safisha Africa Welfare Foundation (SAWF) aufgegleist. Eine der Briden an Bord namens Carmen engagiert sich seit vielen Jahren für eine NGO in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Der Schweizer Verein Support for Safisha Africa (www.supportsafisha.org) unterstützte die SAWF in den vergangenen Jahren in der Realisierung eines Schulbauprojekts. Das OYS entschied sich, die Törneinnahmen der letzten Woche an das Projekt zu spenden. Diese sehr wertvolle Unterstützung trug einen wichtigen Teil zur Vollendung des Schulbaus bei. Die neue Schule in Nairobi ist seit April in Betrieb und ermöglicht 350 Kindern eines Slums in Nairobi eine kostenlose Schulbildung.

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