Überführungstörn Sardinien - Tunesien

von Nicola Möckli (Kommentare: 0)

Überführungstörn Sardinien - Tunesien

Text: Lars Hviid

Fotos: Crew

Die Crew bestand aus den Skippern Mischa, Adrian und Jacqueline sowie deren Crew: Guido, Patrick, Florian, Yannick, Manuel und Lars.

In der Marina Cala dei Sardi wurden erste sicherheitsrelevante Schiffseinweisungen durchgeführt. Am nächsten Morgen hatte die Crew, welche in zwei Gruppen aufgeteilt worden war, von Adrian und Jacqueline noch eine ausführliche Sicherheitseinweisung erhalten sowie auch das richtige Bedienen und Erkennen der Radarbilder.

Nach einer kurzen Mittagspause repetierten wir in der Theorie zusammen die möglichen Manöver. Bald darauf hiess es dann auch schon zum ersten Mal: Leinen los. Und wir machten uns auf den Weg in Richtung Süden. Im geschützten Bereich der Insel führten wir erste Segelmanöver durch. Der Wetterbericht sagte stürmisches Wetter voraus! Daher entschieden sich unsere Skipper, einen Hafenplatz aufzusuchen, damit wir Abwettern und unsere Kräfte sammeln konnten. Die Zeit, welche wir im Hafen von Golfo Aranci hatten, nutzten wir für den Bootsunterhalt, Vorräte einzukaufen wie auch die Beine auf dem Land zu vertreten. Wir machten uns gemeinsam auf einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, der etwas oberhalb der Stadt gelegen ist. Von dort aus liefen wir an einer schönen Bucht vorbei zurück zum Schiff. Bei Sonnenuntergang stachen wir dann bei 22 kn Wind und 2m Wellen in See. Die erste Nachtfahrt war ein Test für Schiff und Crew, welche die Herausforderung erfolgreich meisterte und nach 20h in Porto Corola einlief.

Nach einer erholsamen Nacht im Hafen begann dann die Überfahrt tunesische Bizerte. Der Katamaran erreichte auf diesem langen Schlag nach Tunesien eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten. Herrlich, das in gemeinnütziger Arbeit erbaute Schiff bei Vollmond mit solcher Geschwindigkeit zu segeln.

In der Nacht hatten wir gleich zwei Taufen. Jacqueline und Guido erreichten bei dieser Nachtfahrt ihre 1000. Seemeile. Im frühen Morgen erreichten wir das Hoheitsgewässer von Tunesien. Ca. 12 Seemeilen vor der Küste erreichte uns ein Funkspruch der tunesischen Küstenwache. Sie brauchten die Informationen, woher wir kamen und aus wie vielen Personen die Crew bestand.

Noch kurz die Gastfahne von Sardinien mit Tunesien wechseln. Zusätzlich die gelbe Flagge hiessen. Dann stand uns nichts mehr im Wege in den Hafen einzulaufen, in welchem wir einen Platz vorgängig reserviert hatten. In Begleitung einer Gruppe Delfine waren wir im Hafen angekommen. Glück im Unglück schafften wir es, trotz Ausfall eines Motors, in die Box im Hafen.

Als wir im Hafen das Schiff vertäut hatten, durften wir es so lange nicht verlassen, bis uns der Zoll die Erlaubnis zum Betreten des Landes gab. Das ging schon seine Zeit. Ca. drei Stunden später hatte Mischa alle Dokumente seiner Crew von Hand aufgeschrieben, damit die Behörde es in ihre Bücher übertragen konnte. Danach war ein kurzer Tauchgang beim Schiff nötig und der Grund gefunden für die vorherige Manövrierunfähigkeit. Es war ein im Wasser treibender Plastik an der Schraube. Jetzt gab es ganze eineinhalb Tage Landgang in Tunesien, bevor es zurück nach Sardinien ging. Während des Landgangs in Bizerte machten wir uns auf und tätigten einen grösseren Einkauf sowie eine erste Stadtbesichtigung. Während der Zeit in der Stadt waren uns Einheimische aufgefallen. Als wir sie ansprachen, erklärten sie uns, dass sie Touristen-Polizisten sind. Also zu unserem Schutz! Wohin auch immer wir gingen, wurden wir stehts aus der Distanz von ihnen beobachtet.

Mit vielen Eindrücken von einem Land auf dem afrikanischen Kontinent, machten wir uns infolge guter Wettervorhersage auf den Weg zurück nach Sardinien. Der direkte Weg quer übers Mittelmeer dauerte ca. 28 Stunden.

Auf dem Rückweg nach Sardinien bemerkte einer der Skipper beim regelmässigen Nachtragen der privaten Fahrtennachweise, dass auch Patrick seine 1000 Seemeile zusammen hatte.

Die zweite Woche wurde noch der Ausbildung und dem Baden oder Schnorcheln in den Buchten Sardiniens gewidmet.

Die Crew genoss eine Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten wie Tagesskipper zu sein, Hafenmanöver zu festigen, geplante Ausbildungsinhalte wie der Gebrauch einer Sturmfock oder das in Betrieb nehmen einer ausgelösten Rettungsweste und auch Ausbildungssequenzen für Unvorhergesehenes. Nach unserer Überfahrt gab es auch für uns noch einiges zu reparieren.

Es waren zwei wunderbare Wochen mit tollen Menschen, vielen Ereignissen und grossartigen Momenten, die jedem Einzelnen, der auf diesem Törn ein Teil davon war, in bester Erinnerung bleiben werden.

Ein grosses Dankeschön an das Ocean Youth Sailing für das Erleben eines einzigartigen Törns. Wir haben Abenteuer gebucht- und wir haben Abenteuer erhalten.

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